Februar 7

Micro-Rest: Warum 90 Sekunden dein Burnout-Risiko senken – schneller Stressabbau

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Fühlst du dich oft wie in einem Marathon, bei dem die Ziellinie immer weiter in die Ferne rückt? Die Lösung ist verblüffend einfach: Gezielte, ultrakurze Pausen von nur 90 Sekunden – sogenannte Micro-Rests – können dein Nervensystem aktiv herunterfahren. Sie wirken genau der chronischen Überlastung entgegen, die dich direkt in die emotionale Erschöpfung und ins Burnout treibt.

Es geht also nicht darum, mehr Pausen zu machen. Es geht darum, intelligentere Pausen zu machen.

Warum wir dringend über Stress im Arbeitsalltag reden müssen

Müder Mann am Schreibtisch mit Laptop, umgeben von Kalendern und Uhren, symbolisiert Stress und Zeitmanagementprobleme.

Mal ehrlich: Dein Kalender ist vermutlich zum Bersten voll, die To-do-Liste wird eher länger als kürzer und der Druck, ständig erreichbar und produktiv zu sein, ist allgegenwärtig. Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du damit definitiv nicht allein. Dieses Gefühl der permanenten Anspannung ist für viele von uns zur neuen Normalität geworden.

Doch diese Dauerbelastung hat ihren Preis. Sie nagt leise, aber unaufhaltsam an deiner mentalen Energie, deinem Fokus und letztlich an deiner Gesundheit. Die emotionale Erschöpfung, die sich daraus entwickelt, ist kein Zeichen von persönlicher Schwäche. Sie ist die logische Konsequenz einer Arbeitsweise, die auf Dauer einfach nicht gesund sein kann.

Das stille Leiden im Büro und Homeoffice

Die Zahlen aus der Schweiz sprechen eine erschreckend deutliche Sprache und zeigen, wie verbreitet dieses Problem mittlerweile ist.

Burnout-Risikofaktoren im Schweizer Arbeitsalltag

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Statistiken zur emotionalen Erschöpfung und zum Stresslevel bei Schweizer Arbeitnehmenden zusammen, um das Ausmass des Problems zu verdeutlichen.

Statistik Prozentsatz / Wert Was das für dich bedeutet
Emotionale Erschöpfung 30,3 % Fast jede dritte Person fühlt sich emotional ausgebrannt – ein alarmierender Höchstwert.
Depressions-Risiko 6-mal höher Wer emotional erschöpft ist, hat ein sechsfach höheres Risiko, depressive Symptome zu entwickeln.
Job-Stress-Index (2022) Höchstwert seit 2014 Der Stress am Arbeitsplatz hat seit Beginn der Messungen ein Rekordniveau erreicht.

Diese Zahlen zeigen: Das Gefühl, ständig „auf Reserve“ zu laufen, ist keine Einbildung. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen mit ernsten Konsequenzen.

Dieses Dauerfeuer an Belastung führt schnell in eine Abwärtsspirale:

  • Deine Konzentration lässt nach: Du machst mehr Fehler und brauchst plötzlich länger für Aufgaben, die du sonst im Schlaf erledigst.
  • Deine Kreativität versiegt: Statt frischer Ideen herrscht im Kopf nur noch eine dröhnende Leere.
  • Deine Geduld schwindet: Die kleinste Kleinigkeit bringt dich auf die Palme und die Zusammenarbeit im Team wird zur Zerreissprobe.
  • Dein Körper rebelliert: Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und schlechter Schlaf werden zu deinen ständigen Begleitern.

Traditionelle Pausen, wie die klassische Mittagspause, reichen oft nicht mehr aus, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Meistens kommen sie zu spät und sind nicht darauf ausgelegt, das Nervensystem gezielt zu regenerieren. Gerade wenn du viel unterwegs bist oder dein Alltag besonders fordernd ist, wird die emotionale und mentale Gesundheit unterwegs zu einer unsichtbaren, aber massiven Zusatzbelastung.

Wir müssen das Problem an der Wurzel packen: Es geht darum, die sich aufbauende Stressbelastung während des Tages zu managen, anstatt am Abend nur noch die Scherben zusammenzukehren.

Genau hier setzen Micro-Rests an. Sie sind keine nette Wellness-Option, sondern eine absolut notwendige Strategie, um in der modernen Arbeitswelt langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du mit minimalem Zeitaufwand eine maximale Wirkung für dich und deine Gesundheit erzielst.

Das Geheimnis der 90-Sekunden-Pausen

Eine Person mit geschlossenen Augen, die am Laptop meditiert, umgeben von Farbspritzern und einer Stoppuhr.

Vergiss für einen Moment die ausgedehnte Mittagspause. Der wahre Schlüssel, um der täglichen Erschöpfung ein Schnippchen zu schlagen, liegt oft in winzigen, gezielten Unterbrechungen von gerade einmal 90 Sekunden. Diese Methode, bekannt als Micro-Rest, ist weit mehr als nur kurzes Innehalten – sie ist ein strategischer Neustart für dein Gehirn.

Stell dir dein Gehirn wie den Lüfter deines Laptops vor, der nach stundenlanger intensiver Arbeit heiss läuft. Wenn du ihm keine kurze Abkühlung gönnst, überhitzt das ganze System und stürzt irgendwann ab. Ein Micro-Rest ist genau dieser kurze Moment des Herunterfahrens, der alles wieder ins Lot bringt, bevor der grosse Crash überhaupt passieren kann.

Die Wissenschaft hinter der kurzen Pause

Was genau passiert also in diesen 90 Sekunden, das so einen Unterschied macht? Die Antwort liegt in der reinen Neurobiologie. Wenn du ohne Unterbrechung durchpowerst, steigt dein Cortisolspiegel – das bekannteste Stresshormon unseres Körpers. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel führt unweigerlich zu mentaler Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und auf lange Sicht zu Burnout.

Ein Micro-Rest durchbricht diesen Teufelskreis ganz gezielt. Er gibt deinem autonomen Nervensystem das Signal, vom sympathischen Modus (dem „Kampf-oder-Flucht“-Zustand) in den parasympathischen Modus (den „Ruhe-und-Verdauungs“-Zustand) umzuschalten. In nur 90 Sekunden kann dein Körper damit beginnen, den Cortisolspiegel zu senken, was du oft als sofortiges Gefühl der Entlastung wahrnimmst.

Ein Micro-Rest ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es ist die Kunst, deinem Nervensystem gezielt zu erlauben, sich neu zu kalibrieren und kognitive Ressourcen wieder aufzuladen, anstatt sie bis zum Anschlag auszureizen.

Diese winzigen Pausen helfen dir ausserdem, den mentalen Tunnelblick zu durchbrechen. Nach einer langen Phase hochkonzentrierter Arbeit verengt sich deine Wahrnehmung ganz natürlich. Ein kurzer Moment des Abschaltens erweitert dein Blickfeld wieder und macht den Weg frei für kreatives und flexibles Denken. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, wie du dein Nervensystem gezielt beruhigen kannst, schau dir doch unseren Artikel zum Thema Vagusnerv stimulieren an.

Was ein Micro-Rest nicht ist

Es ist unglaublich wichtig, einen echten Micro-Rest von blosser Ablenkung zu unterscheiden. Die beiden haben nämlich komplett gegensätzliche Auswirkungen auf dein Gehirn.

  • Ablenkung (z. B. Social Media): Das schnelle Scrollen durch Instagram oder TikTok bombardiert dein Gehirn mit unzähligen neuen Reizen. Es fühlt sich vielleicht wie eine Pause an, ist aber in Wahrheit nur eine andere Form von mentaler Last, die deine kognitiven Akkus weiter leert.
  • Micro-Rest (z. B. Augen schliessen): Hier geht es darum, den Input von aussen bewusst auf ein Minimum zu reduzieren. Du gibst deinem Gehirn die Chance, Informationen zu verarbeiten und sich tatsächlich zu erholen, anstatt es mit neuen Aufgaben zu überfluten.

Ein Micro-Rest ist also alles andere als Faulheit. Er ist eine bewusste, strategische Handlung, um deine Leistungsfähigkeit und dein Wohlbefinden langfristig zu sichern. Man könnte sagen, er ist die kleinste Einheit der Selbstfürsorge mit der grösstmöglichen Wirkung auf deinen Arbeitstag.

Dein praktischer Werkzeugkasten für Micro-Rests

Die Theorie klingt super, aber wie baust du diese kraftvollen 90-Sekunden-Pausen jetzt ganz konkret in deinen vollgepackten Alltag ein? Keine Sorge, das ist viel einfacher, als es sich anhört. Hier ist dein persönlicher Werkzeugkasten mit Techniken, die du sofort umsetzen kannst – egal ob im Grossraumbüro, im Homeoffice oder sogar unterwegs.

Finde einfach heraus, welche Methode am besten zu dir und der jeweiligen Situation passt. Ein bisschen Experimentieren gehört dazu, um deine persönlichen Favoriten zu entdecken.

Atemtechniken zur sofortigen Entspannung

Dein Atem ist das wohl mächtigste Werkzeug, um dein Nervensystem direkt zu beeinflussen. Der riesige Vorteil: Du hast ihn immer dabei und es ist absolut unauffällig. Wenn du tiefer in die gezielte Anwendung von Atemübungen eintauchen möchtest, findest du in unserem Guide zum Thema Breathwork in Zürich noch mehr wertvolle Tipps.

  • Die 4-7-8-Atmung: Atme 4 Sekunden lang durch die Nase ein. Halte die Luft für 7 Sekunden an. Und dann atme hörbar für 8 Sekunden durch den Mund wieder aus. Das Ganze wiederholst du zwei- bis dreimal.

    • Wann? Perfekt vor einem wichtigen Meeting oder einem kniffligen Gespräch. Es beruhigt dein Nervensystem sofort und schafft Klarheit im Kopf.
  • Box-Atmung (Kastenatmung): Stell dir einfach ein Quadrat vor. Du atmest 4 Sekunden ein, hältst 4 Sekunden die Luft an, atmest 4 Sekunden aus und hältst wieder für 4 Sekunden. Ganz simpel.

    • Wann? Ideal, wenn du dich überfordert fühlst und die Gedanken nur so rasen. Diese Technik holt dich zurück in die Mitte und stellt den Fokus wieder her.

Schon diese einfachen Übungen signalisieren deinem Körper: Die Gefahr ist vorüber, du kannst vom Stress- in den Ruhemodus schalten.

Körperliche Übungen direkt am Schreibtisch

Stundenlanges Sitzen führt unweigerlich zu Verspannungen. Und genau diese Verspannungen senden wiederum Stresssignale an dein Gehirn. Ein Teufelskreis, den du mit ein paar gezielten Bewegungen leicht durchbrechen kannst.

  • Nacken- und Schulter-Reset: Setz dich aufrecht hin. Neige deinen Kopf sanft zur rechten Schulter und halte die Dehnung für etwa 30 Sekunden. Dann dasselbe zur linken Seite. Anschliessend ziehst du beide Schultern einmal kräftig hoch zu den Ohren, hältst die Spannung kurz und lässt sie dann ganz bewusst fallen.

    • Wann? Ein absolutes Muss nach jeder längeren Phase konzentrierter Bildschirmarbeit. So löst du die typischen Büroverspannungen, bevor sie sich festsetzen.
  • Handgelenk- und Finger-Dehnung: Strecke einen Arm nach vorne aus, die Handfläche zeigt nach oben. Mit der anderen Hand ziehst du die Finger sanft nach unten in Richtung Boden. Halte das für 30 Sekunden und wechsle dann die Seite.

    • Wann? Unverzichtbar für alle, die viel am Computer tippen. Eine super Prävention gegen das Karpaltunnelsyndrom.

Mentale Techniken für einen klaren Kopf

Manchmal ist dein Körper eigentlich ganz entspannt, aber der Kopf will einfach keine Ruhe geben. Diese mentalen Micro-Rests helfen dir dabei, den inneren Lärm für einen Moment leiser zu drehen.

„Palming“ zur Augenentspannung: Reibe deine Handflächen aneinander, bis sie schön warm sind. Schliesse deine Augen und lege die warmen Hände sanft darüber, ganz ohne Druck. Geniesse einfach die Dunkelheit und die Wärme für 90 Sekunden.

  • Wann? Eine echte Wohltat für müde und überanstrengte Augen, nachdem du stundenlang auf den Bildschirm gestarrt hast.

  • Der 90-Sekunden-Tagtraum: Mach die Augen zu und stell dir einen Ort vor, an dem du dich absolut sicher und wohlfühlst. Vielleicht ein Strand, ein ruhiger Wald oder dein Lieblingssessel zu Hause. Konzentriere dich auf die Details: Was siehst, hörst und riechst du dort?

    • Wann? Das hilft ungemein, wenn du eine kreative Blockade hast oder nach einer frustrierenden Aufgabe mentalen Abstand gewinnen musst.

Die wirtschaftliche Bedeutung solcher Techniken ist übrigens enorm. Arbeitsbezogener Stress verursacht in der Schweiz jährliche Kosten von 6,5 Milliarden Franken, grösstenteils durch Produktivitätsverluste. Investitionen in einfache, aber effektive Stressbewältigung wie die Micro-Rests sind also nicht nur gut für dich, sondern auch wirtschaftlich extrem sinnvoll. Mehr dazu, wie Stress am Arbeitsplatz die Wirtschaft beeinflusst, erfährst du auf 20min.ch.

Wie du Micro-Rests zur festen Gewohnheit machst

Du kennst jetzt die Theorie und hast eine ganze Palette an Techniken zur Hand. Aber was nützt die beste Methode, wenn sie im hektischen Alltag untergeht? Der wirklich entscheidende Schritt ist jetzt, aus diesem Wissen eine felsenfeste Gewohnheit zu schmieden – einen Automatismus, der dich zuverlässig vor dem Ausbrennen schützt.

Das Geheimnis? Ganz klein anfangen und clevere Ankerpunkte im Tagesablauf finden. Statt dir vage vorzunehmen, „öfter mal“ eine Pause zu machen, brauchst du einen konkreten Schlachtplan.

Finde deine persönlichen Auslöser

Der einfachste Weg, eine neue Routine zu etablieren, ist, sie an eine bereits bestehende anzukoppeln. Solche Verknüpfungen sind wie kleine Erinnerungsstützen für dein Gehirn, sogenannte Trigger oder Auslöser.

Überleg mal, welche Momente deinen Arbeitstag immer wieder prägen. Hier sind ein paar Beispiele für richtig starke Trigger:

  • Nach Abschluss einer Aufgabe: „Immer wenn ich eine E‑Mail als erledigt markiere, atme ich für 90 Sekunden tief durch.“
  • Vor dem Start einer neuen Aufgabe: „Bevor ich den nächsten Punkt auf meiner To-do-Liste angehe, dehne ich kurz meinen Nacken.“
  • Stündliche Erinnerung: „Jede volle Stunde gönne ich meinen Augen mit der ‚Palming‘-Technik eine kurze Auszeit.“

Such dir für den Anfang nur einen einzigen Trigger aus. Sobald dieser erste Micro-Rest zur Selbstverständlichkeit geworden ist, nimmst du den nächsten dazu. So überforderst du dich nicht und baust deine neue Gewohnheit Schritt für Schritt auf. Wenn du tiefer in die Materie einsteigen willst, gibt dir unser Leitfaden zur nachhaltigen Veränderung von Gewohnheiten wertvolle Impulse.

Diese Infografik zeigt dir einen simplen Dreischritt, den du sofort an deinem Arbeitsplatz umsetzen kannst.

Infografik zum Prozess eines Mikro-Rests am Arbeitsplatz mit den Schritten Atmen, Dehnen und Fokus.

Du siehst hier, wie du mit simplen Schritten wie Atmen, Dehnen und bewusstem Fokussieren einen vollständigen Regenerationszyklus in kürzester Zeit durchläufst.

Überwinde den inneren Widerstand

Gerade am Anfang wird sich garantiert eine Stimme in deinem Kopf melden, die flüstert: „Dafür habe ich jetzt keine Zeit!“ Dieser Gedanke ist die grösste Hürde. Mach dir klar, dass dieser Einwand auf einer völlig falschen Annahme beruht.

Du nimmst dir die Zeit nicht, du investierst sie. Eine 90-Sekunden-Pause spart dir langfristig ein Vielfaches an Zeit, die du sonst durch Fehler, Konzentrationslücken oder Erschöpfung verlieren würdest.

Es ist eine traurige Realität: Viele von uns arbeiten bis zum Anschlag. Eine Umfrage von Travailsuisse hat gezeigt, dass die Hälfte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz regelmässig Überstunden macht. Fast ein Viertel arbeitet sogar mehr als zehn Stunden pro Tag. Dieses ungesunde Pensum, oft gepaart mit dem Druck, selbst krank zur Arbeit zu kommen, treibt die emotionale Erschöpfung massiv voran. Die ganze Analyse zur emotionalen Erschöpfung bei Schweizer Angestellten findest du auf blick.ch.

Neben den Micro-Rests gibt es natürlich noch viele andere bewährte Strategien, um deine Produktivität zu steigern und dir so mehr Raum für Erholung zu verschaffen.

Messe deinen Erfolg nicht nur an deiner abgehakten To-do-Liste, sondern vor allem an deinem Wohlbefinden. Fühlst du dich am Abend weniger ausgelaugt? Kannst du dich wieder besser konzentrieren? Das sind die wahren Gradmesser für deinen Erfolg.

Micro-Rests über den Job hinaus nutzen

Junger Mann mit Schlüsseln vor einer Tür, nachdenklich in einem farbenfrohen Aquarell-Effekt.

Die wahre Magie der Micro-Rests erlebst du erst, wenn du sie nicht nur als Büro-Hack, sondern als universelles Werkzeug für dein ganzes Leben siehst. Ihre Kraft endet nämlich nicht an der Bürotür. Ganz im Gegenteil: Sie sind genauso effektiv, um deine Leistung im Gym zu pushen oder um endlich mehr Harmonie in deinen privaten Alltag zu bringen.

Stell dir dein nächstes intensives Workout vor. Was machst du nach einem richtig harten Satz? Wahrscheinlich greifst du erschöpft zum Handy. Versuch mal was anderes: Nimm dir exakt 90 Sekunden Zeit, um bewusst tief durchzuatmen. Locker die Muskeln, die gerade gebrannt haben, und fokussiere dich mental auf die nächste Runde.

Diese klitzekleine, bewusste Pause hilft deinem Nervensystem, schneller wieder runterzufahren, pumpt mehr Sauerstoff in deine Muskeln und kann sogar dein Verletzungsrisiko senken.

Bewusste Übergänge für mehr Lebensqualität

Eines der grössten Burnout-Risiken? Wenn die Grenzen zwischen Job und Privatleben komplett verschwimmen. Der ganze Stress aus dem Büro sickert unbemerkt in deinen Feierabend und vergiftet die wertvolle Zeit mit deiner Familie oder Freunden. Genau hier werden Micro-Rests zu deinem persönlichen Schutzschild.

Sie helfen dir dabei, ganz bewusste Übergänge zu schaffen – kleine mentale Stoppschilder, die den Arbeitsstress dort lassen, wo er hingehört: im Büro.

  • Der Auto-Reset: Bevor du zu Hause aus dem Auto steigst, schliess für 90 Sekunden deine Augen. Atme dreimal ganz tief ein und aus. Stell dir vor, wie du mit jedem Ausatmen die ganze Anspannung des Tages loslässt.
  • Der Türschwellen-Moment: Kurz bevor du die Haustür aufschliesst, bleib stehen. Spür bewusst deine Füsse auf dem Boden. Nimm drei tiefe Atemzüge und sag dir innerlich: "Der Job ist für heute vorbei."
  • Die Kopfhörer-Oase: Auf dem Heimweg im Zug oder Bus kannst du für 90 Sekunden die Augen schliessen und beruhigende Musik hören – oder einfach nur die Stille geniessen. Ein sofortiger Reset für deinen Kopf.

Diese kleinen Rituale sind so viel mehr als nur Pausen. Sie sind bewusste Entscheidungen, mit denen du dir die Kontrolle über deinen mentalen Zustand zurückholst und verhinderst, dass der Job dein Privatleben kapert.

Auch im turbulenten Familienalltag kannst du dir solche kleinen Oasen der Ruhe schaffen. Während das Teewasser kocht – schau für 90 Sekunden aus dem Fenster, anstatt aufs Handy. Bevor du die Kinder von der Kita abholst – eine kurze Atemübung, um ihnen gleich mit Geduld und voller Energie zu begegnen.

So werden Micro-Rests von einer einfachen Arbeitstechnik zu einer echten Lebensphilosophie. Sie geben dir die Macht, in jedem Bereich deines Lebens kurz durchzuatmen, neue Energie zu schöpfen und bewusster zu handeln. Das Ergebnis ist nicht nur weniger Stress, sondern ein tiefes Gefühl von Ausgeglichenheit und Kontrolle.

Deine brennendsten Fragen zu Micro-Rest – hier sind die Antworten

Die Idee der Micro-Rests hat dich gepackt, aber ein paar Fragezeichen schweben dir noch über dem Kopf? Perfekt! Lass uns die häufigsten Unklarheiten aus dem Weg räumen, damit du voller Überzeugung und mit einem klaren Plan in deine neue, gesündere Routine starten kannst.

Ist es nicht sinnvoller, einfach eine längere Pause zu machen?

Gute Frage. Längere Pausen sind absolut unverzichtbar, aber sie spielen in einer anderen Liga. Sie sind für deine Mittagspause, den sozialen Austausch mit Kollegen oder ein kurzes Workout gedacht. Micro-Rests sind etwas anderes: Sie sind der schnelle Neustart für dein Gehirn zwischendurch.

Ihre Superkraft liegt in der Häufigkeit, nicht in der Dauer.

Stell es dir so vor: Anstatt zu warten, bis dein Stress-Akku komplett leer ist, lädst du ihn über den Tag immer wieder kurz auf. Eine halbstündige Pause kann einen bereits völlig überlasteten Geist oft nicht mehr retten. Aber acht strategisch platzierte 90-Sekunden-Pausen können verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.

Und was denken mein Chef und meine Kollegen, wenn ich ständig pausiere?

Eine absolut berechtigte Sorge, die sich aber leicht aus der Welt schaffen lässt. Der Trick ist, es nicht als «Faulenzen» zu tarnen, sondern es als das zu kommunizieren, was es ist: ein professionelles Werkzeug, um deine Leistung zu steigern und deine mentale Gesundheit zu schützen.

Erkläre deinem Team, dass du eine wissenschaftlich fundierte Technik nutzt, um deine Konzentration zu schärfen und die Qualität deiner Arbeit hochzuhalten. Die meisten Vorgesetzten sind offen für proaktive Massnahmen zur Burnout-Prävention – schliesslich profitiert das ganze Unternehmen von einer gesunden Pausenkultur.

Zählt Scrollen auf Instagram auch als Micro-Rest?

Ein klares, lautes und deutliches Nein. Und das ist vielleicht der wichtigste Punkt von allen. Soziale Medien, News-Apps oder das schnelle Checken von Mails sind keine Erholung. Es ist einfach eine andere Form von mentaler Reizüberflutung. Du fütterst dein Gehirn mit noch mehr Input und erhöhst die kognitive Last, anstatt sie zu senken.

Ein echter Micro-Rest reduziert den Input von aussen auf ein Minimum. Es geht darum, deinem Nervensystem eine echte Verschnaufpause zu gönnen. Wähle also gezielt Aktivitäten wie bewusstes Atmen, ein kurzes Dehnen oder einfach nur den Blick aus dem Fenster schweifen lassen.

Wie oft am Tag sollte ich einen Micro-Rest einlegen?

Höre auf deinen Körper, er ist dein bester Ratgeber. Ein guter Anhaltspunkt ist eine Pause nach jeder konzentrierten Arbeitsphase von 60 bis 90 Minuten. Alternativ kannst du einen Micro-Rest auch als bewussten Puffer zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben nutzen.

Sobald du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, du unruhig wirst oder sich deine Schultern verspannen, ist das dein Signal. Starte einfach mal mit drei bis vier bewussten Pausen pro Tag und schau, wie es sich anfühlt. Du wirst schnell ein Gespür dafür entwickeln, was du brauchst.


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Tags

Burnout Prävention, Mentale Gesundheit, Micro-Rest, Produktivität steigern, Stressmanagement


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